Brief von Gerd – Lieber Wahnsinn, was hast du mit Liebe zu tun?

Habe einen sooo schönen Text gefunden, der mich für meinen heutigen Brief inspiriert hat. Ihr könnt ihn gleich lesen. Zuvor noch ein paar Zeilen zum Wahnsinn.

Wahnsinn

In den letzten Monaten ist mir das Wort Wahnsinn oft über die Lippen gekommen. Es war in Zusammenhang mit der Welt, in der wir Leben. Es war in Zusammenhang mit den Menschen, die in dieser Welt Leben, mit Ihren Werten, mit Ihren Taten. WAS ist mit uns und rund um uns passiert, dass Menschen solche Wahnsinnstaten verüben? Eigentlich fehlt mir eine richtige Antwort darauf.

Brief von Gerd – Liebe Werte!

ABER heute möchte ich über einen anderen Wahnsinn schreiben, über einen Wahnsinn, der in jedem von uns vorhanden ist. Einem Wahnsinn, der aber oft zugeschüttet wird, von Vorgaben, Wertvorstellungen und unserer Erziehung.

Ab und zu ist es notwendig, dem Wahnsinn in sich “Raum” zu schenken. Ab und zu ist es notwendig, Dinge zu tun, die man “nicht tut”. Ab und zu ist es notwenidg, ANDERS zu sein.

Brief von Gerd – Lieber anderer Weg!

Davon handelt die folgende wunderbare Geschichte und davon singt auch Michelle. Beiden kann ich zustimmen…. ab und zu will ich “wahnsinnig” sein.

Brief von Gerd – wir sind nur Gast auf dieser Welt

Die Liebe und der Wahnsinn

(Verfasser unbekannt,

stilistisch bearbeitet von Jens-Robert Schulz)

Man erzählt sich, dass alle Eigenschaften und Gefühle

des Menschen eines Tages ein Treffen hatten.

Lange Zeit jedoch saßen sie nur schweigend herum und langweilten sich,

denn nichts passierte.

Als die Langeweile schon zum dritten Mal gegähnt hatte,

schlug der Wahnsinn – gewitzt und risikofreudig wie immer – vor:

„Lasst uns doch Verstecken spielen!“

Alle horchten auf.

Die Intrige hob interessiert die Augenbrauen

und die Neugierde konnte sich kaum zurückhalten.

Aufgeregt fragte sie: „Verstecken, was ist das?!“

Der Wahnsinn erklärte allen das Spiel

und die Begeisterung und die Euphorie jauchzten vor Vergnügen,

denn ihnen gefiel, was sie da hörten.

Die Freude machte so viele Luftsprünge,

dass sie auch den Zweifel überzeugte

und sogar die Gleichgültigkeit

die sonst bekanntlich nichts hinterm Ofen hervorlocken kann –

wollte ausnahmsweise einmal mitmachen.

Aber nicht allen gefiel die Idee:

Die Wahrheit zum Beispiel bevorzugte es, sich nicht zu verstecken.

„Was bringt das?“, fragte sie, am Ende würde man sie sowieso entdecken.

Der Stolz meinte herablassend, es sei ein dummes Spiel

(Er ärgerte sich aber nur, dass er nicht selbst auf diese Idee gekommen war),

und die Feigheit zog es vor, nichts zu riskieren.

Es könnte ja was schiefgehen!

Nachdem alle die Spielregeln verstanden hatten,

rief der Wahnsinn laut: „Ich will zählen, ich will zählen!“

und da niemand verrückt genug war, den Wahnsinn später suchen zu wollen

(Wer weiß, wo der sich versteckt hätte?!),

war niemand dagegen.

„Eins, zwei, drei …..“, begann der Wahnsinn

und die Eigenschaften und Gefühle suchten sich ihre Verstecke.

Das erste fand die Faulheit,

die sich wie immer keine große Mühe gab:

Sie ließ sich gleich hinter dem ersten Stein fallen.

Der Glaube stieg zum Himmel empor, wo er sich am besten aufgehoben fühlte,

und der Neid versteckte sich im Schatten des Triumphes,

der es geschafft hatte, bis zur höchsten Baumspitze hinaufzuklettern.

Der Selbstlosigkeit hingegen gelang es kaum, sich zu verstecken,

da sie bei jedem Versteck, das sie fand, immer meinte,

es eigne sich besser für einen ihrer vielen Freunde:

Ein kristallklarer See – ein wunderbares Versteck für die Schönheit;

eine dunkle Höhle – das perfekte Versteck für die Angst;

die Flügel des Schmetterlings – das Beste für das Glück;

ein Windstoß – hervorragend geeignet für die Freiheit

sie selbst versteckte sich schließlich auf einem Sonnenstrahl.

Der Egoismus hingegen fand rasch einen passenden Ort,

luftig, gemütlich und bequem – aber nur für ihn!

Die Lüge erzählte allen, sie verstecke sich auf dem Meeresgrund,

aber in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen!

Die Leidenschaft und das Verlangen versteckten sich im Innern der Vulkane

und die Vergesslichkeit – ?

(Ach, herrje, ich habe vergessen, wo sie sich versteckte,

aber das ist auch nicht so wichtig!)

Als der Wahnsinn fast zu Ende gezählt hatte,

hatten alle, die mitspielten, ein Versteck gefunden,

nur die Liebe nicht.

(Das muss uns nicht verwundern, wissen wir doch,

wie schwer es ist, die Liebe zu verbergen!)

Alle Plätze schienen bereits besetzt zu sein,

bis sie schließlich den Rosenstrauch entdeckte

und beschloss, in eine seiner Blüten hineinzukriechen.

„Ich komme!“, rief in diesem Augenblick der Wahnsinn

und er begann, die anderen zu suchen.

Die erste, die entdeckt wurde, war die Faulheit

gleich hinter dem ersten Stein!

Danach ward der Glaube gefunden:

Er diskutierte im Himmel lauthals mit Gott über theologische Fragen.

Das Verlangen und die Leidenschaft wiederum hörte man in den Vulkanen vibrieren.

In einem unachtsamen Moment fand der Wahnsinn den Neid

und so natürlich auch den Triumph.

Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen,

denn der kam von ganz allein aus seinem Versteck hervor.

Es hatte sich als Wespennest entpuppt!

Vom vielen Herumlaufen bekam der Wahnsinn Durst

und als er sich dem See näherte, fand er die Schönheit.

Mit dem Zweifel hatte er es noch einfacher,

ihn entdeckte er auf einem Zaun sitzend,

weil der sich immer noch nicht entschieden hatte,

auf welcher Seite er sich verstecken sollte.

Nach und nach fand der Wahnsinn alle seine Mitspieler,

die Hoffnung im grünen Gras

und die Angst in der dunklen Höhle;

die Lüge hinter dem Regenbogen

(Nein, stimmt nicht, sie kam unter einem Stein hervorgekrochen,

der ihr das Genick zu brechen drohte).

Auch die Vergesslichkeit fand der Wahnsinn mühelos,

denn die hatte schon wieder vergessen,

dass sie Verstecken spielen und war unbekümmert spazieren gegangen.

Alle wurden gefunden, nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.

Wo mochte sie bloß stecken?

Der Wahnsinn suchte sie überall!

Auf jedem Baum, auf jedem Berg, in jedem Bach dieses Planeten schaute er nach

und wollte schon aufgeben, da half ihm der Verrat!

Der nämlich flüsterte ihm zu, er solle doch mal im Rosenbusch nachsehen.

Langsam fing der Wahnsinn an,

die Zweige des Strauches auseinander zu schieben,

als plötzlich ein greller Schrei ertönte.

Die Dornen der Rosen hatten der Liebe die Augen zerstochen!!!

Ach, was für ein Jammern und Wehklagen war nun zu vernehmen?!

Der Wahnsinn war ratlos und wusste weder ein noch aus.

Er fing bitterlich an zu weinen und unter Tränen gelobte er,

er wolle die Liebe nie mehr verlassen und immer an ihrer Seite sein.

Und so ist es auch geschehen!

Seit dieser Zeit,

seit das erste Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde,

ist die Liebe blind

und der Wahnsinn ihr Begleiter!

Und hier noch das Lied von Michelle – ich mag es…Liebe oder Wahnsinn

In Gedanken – euer G.Ender – (Briefeschreiber) I write not only for your smile

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