Brief von Gerd – Lieber Jakobsweg für Superreiche!

wer kennt ihn nicht – den Jakobsweg – spätestens seit dem 2006 erschienenen Buch des deutschen Entertainers Hape Kerkeling – „Ich bin dann mal weg“ – ist der Jakobsweg in aller Munde. Ich selber bin ihn 2008 auch gegangen – mehr aus Verzweiflung als aus Lust – aber danach wich, jedenfalls für die Zeit des Pilgerns, die Verzweiflung der Lust – der Lust aufs Laufen. Start wie Kerkeling in Saint-Jean-Pied-de-Port – Ziel in  Santiago de Compostela  – 769 wunderbare Kilometer mit sich, seinen Füssen und seinem Rucksack.

Endziel aller Pilger – die Kathedrale von Santiago
  
Als Jakobsweg (span. Camino de Santiago) wird der Pilgerweg zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus inin Galicien (Spanien) bezeichnet. Darunter wird in erster Linie der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab reicht und dabei die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem auch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Und jetzt – ganz was Neues – ein irrer Service am Stuttgarter Airport bietet den 1. Luxus-Jet für superreiche Pilger an. Jakobsweg in 5 Tagen um Euro 15.990 (Champagner inkl.) – und alles ohne Blasen an den Füssen.  Na Bravo – das muss ich genauer wissen – was da wieder abläuft.

Eine Flugbegleiterin serviert Champagner. Die Pilger nehmen auf den Ledersesseln platz, an jedem gibt es ein eigenes Telefon. Der Service ziele auf „anspruchsvolle Gäste“ (so der Veranstalter), also vor allem Superreiche. Vom Privat-Terminal am Flughafen geht‘s mit einer Dornier 328 von Hapag-Lloyd los.

Erster Stopp Frankreich. Dort wird die Basilika Sainte-Marie-Madeleine besichtigt. Dann mit dem Flieger über die Pyrenäen nach Spanien. Im Jet gibt es nur Fensterplätze. Zwölf Passagiere, jeder hat einen Bildschirm. Die Sitze sind mit feinstem Leder bezogen. In Spanien landet der Jet viermal auf Airports entlang des Jakobswegs. Zwischen den Etappen erzählt ein promovierter Historiker Fakten im Flugzeug.  Im Preis inbegriffen: Fünf Übernachtungen im 4- und 5-Sterne-Hotel. Am fünften Tag sind die Luxus-Pilger am Ziel: Santiago de Compostela. Dort soll das Grab des Heiligen Jakobus sein. Er war ein Apostel Jesu. Aber: Den Sünden-Erlass gibt’s  nur für die Pilger, die mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß kommen. Da nützt einem dann auch das viele Geld nichts…

Also solche Dinge können nur der „Krönung der Schöpfung“, dem Menschen einfallen. Vielleicht könnte man jetzt endlich mal einen beheizten Sessellift auf den Mount Everest, mit seinen 8848 Metern ja der höchte Berg der Erde, anbieten – also dann fahr ich da auch rauf – will ja auch zu denen gehören, die das geschafft haben. Komm – ist doch nicht so schlimm – alles Machbare muss gemacht werden – Scheiss Philosophie – jedenfalls kein Weg der uns weiterbringt – im Gegenteil.

Und ich sag euch noch was – nach diesen fast 800 Kilometern auf den eigenen Beinen das 1. Mal die Kathedrale in Santiago de Compostela zu betreten, das ist so ein erhebendes, geiles Gefühl, für das ich alle Blasen der Welt in Kauf nehme – aber komischerweise hatte ich keine Blasen – gar keine.

In Gedanken – euer G.Ender

3 Gedanken zu “Brief von Gerd – Lieber Jakobsweg für Superreiche!

  1. Hallo Gerd, super, dass du das gemacht hast, wollte es auch unbedingt tun, leider hat mir nun der Rücken einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem würde mir nie einfallen, es diesen pornierten Reichen gleichzutun. Was soll das? Den Menschen ist wirklich nichts zu abgefahren, um mit Geld alles zu machen. Das einzige was mir dazu einfällt: Schade und traurig!

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